Was das soll:

Dieser Blog entstand aufgrund eines Aufrufs, 48 Stunden lang Einblick in sein Leben als Alleinerziehende zu geben. Die Idee fand ich super aber nicht ausreichend. 2 Tage sind einfach zu kurz.

Ich versuche die Aktion zu verlängern, kann aber nicht voraussagen, ob mir das tatsächlich gelingen wird. Die Gründe sind offensichtlich. Wenn nicht – einfach mal einen Blick in den Blog werfen! 😉

Update:

Wie der aufmerksame Leser schon gemerkt hat, habe ich mich entschlossen, die Tagesprotokolle nicht regelmäßig zu veröffentlichen und schon gar nicht jeden Tag. Das ist einfach zu viel Arbeit in meinem ohnehin schon arbeitsreichen Leben als Single Mom. Ich behalte mir aber vor, hin und wieder den einen oder anderen Tag zu ergänzen, um weitere Einblicke in unser Leben zu gewähren.

Ansonsten werde ich mich – ebenfalls unregelmäßig – sicher zu dem einen oder anderen Blogeintrag zum Thema hinreißen lassen. Allein schon deshalb, um auf uns Alleinerziehende und unsere Situation aufmerksam zu machen.

Wer wir sind:

Wir,  das sind mein kleiner 1 1/2jähriger Sohn und ich, seine Mama, alleine von Anfang an. Schon zu Beginn der Schwangerschaft musste ich mich vom Kindsvater trennen. Wir kannten uns erst einen Monat, als ich schwanger wurde. Sein Alkoholismus und der ständige psychische und körperliche Terror hatten Überhand genommen, weshalb ich das heranwachsende Leben in mir und mich in Sicherheit brachte.

Bis hierher war es ein hartes Stück Arbeit und das ist es nach wie vor. Mein Sohn war bis zum 7ten Lebensmonat ein klassisches Schreibaby, die Probleme mit dem KV, der mich nun schriftlich tyrannisierte und die anderen Herausforderungen, mit denen ich während der Schwangerschaft zu kämpfen hatte, haben wohl ihren Teil dazu beigetragen. Jeder Tag mit meinem schreienden Baby war wie ein Klippensprung.

Ich kämpfte, ich kämpfte so sehr! Schreien lassen kam für mich nicht in Frage. Also stapfte ich durch den Sumpf der Burn Outs, des unbändigen Schlafmangels, funktionierte nicht mehr wie ein Mensch aber wie eine Maschine, die täglich ihr Programm abfährt.

Hilfesuche beim Jugendamt, Wellcome und Co. scheiterten. Niemand nahm die Situation wirklich ernst. Beratung bot man mir an. Als ob ich nicht schon selbst recherchiert hätte, was das Zeug hält. Ich brauchte keine Beratung, ich brauchte Unterstützung! Als mein Sohn 9 Monate alt war, bekam ich eine Känguru-Frau. Ich kann Känguru wirklich wärmstens empfehlen. Hier wird tatsächlich versucht zu helfen. Meine Känguru-Frau kommt nach wie vor etwa einmal die Woche für 2-3 Stunden. Ein Tropfen auf den heißen Stein, aber ich war und bin so unglaublich dankbar. Sie ist ein echter Segen.

Zum selben Zeitpunkt trat ich eine Mutter-Kind-Kur an. Die Bewilligung hätte einfacher nicht laufen können, was mich allerdings nicht sonderlich überraschte. Leider wurde mein Sohn krank und ich konnte zwei von den drei Wochen an keiner Behandlung mehr teilnehmen. Somit brachte mir das Ganze null komma nichts und vor allem bekam ich leider auch nicht die erhoffte Erholung. Ich wollte meinen Akku wieder aufladen aber dieses Ziel war wohl eindeutig zu hoch angesetzt.

Zurück zu Hause ging alles weiter wie bisher. Zusätzlich zum Mutterkampf musste ich schon wenige Tage nach der Geburt meines Zwerges wieder arbeiten. Ich bin Freelancer. Jetzt natürlich gezwungener Maßen nur noch von zu Hause aus. Nicht nur Geldsorgen zwangen mich sofort wieder zu arbeiten, sondern auch die Sorge meine wenigen Auftraggeber zu verlieren.

Und so arbeitete ich größtenteils während mein Baby in der Trage oder im Tuch an mir hing, vor dem Wickeltisch, auf dem mein Lap Top stand, tanzend und singend, damit mein Kleiner nicht schrie und hoffentlich einschlief. So zog sich das über das gesamte erste Jahr.

Dann konnten wir einen Kitaplatz ergattern. Die Eingewöhnung dauerte etwa einen Monat. Mein Sohn war von Anfang an ständig krank. Das ist generell nichts ungewöhnliches aber es war 1. Sommer und 2. meint „ständig“ tatsächlich ständig. Nach zwei Tagen Kita hatte er sich den nächsten Virus eingefangen und lag zwei bis drei Wochen flach.

Er hatte eine Bronchitis nach der anderen. Schließlich wurde es so schlimm, dass ich mit ihm ins Krankenhaus musste, mehrmals für 3-4 Tage. Er bekam keine Luft mehr. Seitdem muss er täglich zweimal zwei verschiedene Sprays inhalieren. Trotzdem besserte sich das häufige krank werden kein Stück. Bis heute kämpfen wir damit.

Über den KV möchte ich an dieser Stelle lediglich Folgendes schreiben: Es belastet mich sehr. Die Situation ist konfliktgeladen und wechselt zwischen totalem Desinteresse und plötzlichem Super-Papa-Gehabe. Mein Sohn kennt ihn bisher nicht. Er ist ein Fremder für ihn. Ich hoffe lediglich, dass mein Kleiner keine Schäden davon trägt, wenn der Umgang tatsächlich einmal regelmäßig vollzogen wird.

Bis hierhin erstmal!

die Single Mom

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5 Gedanken zu “Wer wir sind & warum wir unser Leben teilen

  1. Liebe Single Mom, vielen Dank für Deinen Beitrag zu der Aktion 48StundenAlleinerziehend. Mir ist klar, daß es bei dieser Aktion nur um einen Ausschnitt aus dem Alltag geht, und dass die Komplexität der Lebensumstände nicht vollständig abgebildet wird. Aber jeder Beitrag zu der Aktion macht das Bild des alleinerziehenden-Alltages vollständiger und deshalb freue ich mich, daß Du dabei bist. Und sogar über die Aktion hinaus gleich mal einen Blog angefangen hast, wow! Alles Gute + liebe Grüße!

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